Samstag, 11. Februar 2017

Stürmisch / 22

Du weisst sicher wie das ist, wenn du gerade noch eine gute Laune hast und in der nächsten Sekunde bist du im tiefsten Loch. Bist überwältigt von der Macht die dich da über rumpelt. Alles ist stürmisch in dir hohe Wellen überschlagen sich und du bist am überlaufen.

Mir geht es gut, doch heute wurde mir dieses Bild so richtig vor Augen geführt. Ich erwachte aus dem Schlaf weil es donnerte und blitze eine ganz eigenartige Stimmung. Ich stand auf schaute bei mir aus dem Fenster und es regnete wie aus Eimer. Das Meer war wild und die Wellen türmten sich enorm hoch auf. Aus der sicheren Distanz ein wunderbares Schauspiel. Ich schaute diesem stürmischen treiben einen Moment lang zu und ging dafür raus auf den Balkon. Es windete sehr stark aus einer ungewohnten Richtung, auch das Meer bewegte sich für mich aus einer ungewöhnlichen Richtung. Ich stand also so da und atmete diese Sturmluft tief ein. Plötzlich überkam mich ein ganz eigenartiges Gefühl.


quelle:karinmeister

Ich kannte dieses Gefühl, es war genau so wie ich mich ab und zu fühlte während meines Bournout, wie im Schüttelbecher. Doch heute machte mir dieses Gefühl in keiner Art und Weise angst. Ich blieb ganz ruhig und atmete weiter ein und aus und konzentrierte mich nur auf den Atem. Das Rauschen des Meeres und der Wind waren sehr laut, dazu kam immer wieder das Donnergeröll. Ich spürte wie sich mein Körper etwas anspannte, weil das Schütelbecher-Gefühl in mir sich verstärkte. Also konzentrierte ich mich weiter intensiv auf meinen Atem. Plötzlich war das Donnergeröll vorbei, der Wind wurde einen Moment schwächer und ich konnte mich entspannen. Für mich war klar, dass ich noch einen Moment auf dem Balkon bleiben wollte. Denn durch dieses Schauspiel wurde mir nochmals so klar vor Augen geführt, dass es im Leben wie in der Natur beides braucht. Die ruhige See und die stürmische See. Durch das umwälzen vom Meer wird ganz viel neu platziert. Es wird einiges zerstört, damit wieder neues entstehen kann. Auch das Meer hat keinen Einfluss wann der Sturm vorbei ist, es sind viele Einflüsse, die das Meer wieder zu Ruhe kommen lassen. Es braucht Zeit, bis der Wind sich beruhigt, es braucht Zeit bis der Regen aufhört, es braucht Zeit bis der Mond wieder in die abnehmende Phase geht. Alles hat seine Zeit, der Sturm wie die ruhige See.

Ich bin so dankbar für dieses Bild von heute morgen. Ich konnte mein Burnout nochmals in einer ganz anderen Art und Weise anschauen, und vor allem das Schüttelbecher-Gefühl loslassen. Also richtig durch mich durchziehen lassen, geduldig atmen und warten.

Eine wunderbare Erfahrung und ein spezieller Start in den Tag.

bis bald Karin



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