Donnerstag, 23. Februar 2017

Unrat / 10

Meine Gedanken heute drehten sich um ein Thema, dass überall geschieht. Doch so wie es mir heute vor Augen geführt wurde, war es doch etwas krass.

Nach den heftigen Stürmen und Unwetter, konnten wir heute wieder einmal an unserem Beach spazieren gehen. Schon am Morgen früh sah ich sehr viele Leute, die mit Aufräumarbeiten beschäftigt waren. Mit Rechen und Säcken waren sie unterwegs um den Unrat ein zu sammeln, für die grossen Äste und Utensilien machten sie extra Haufen. Der Morgenspaziergang fiel nicht so lange aus, da es bald mit einem kleinen Platzregen begann.

Der Nachmittag zeigte sich dann von seiner schönsten Seite. So machten wir uns auf den Weg um den grossen Beachspaziergang zu unternehmen. Als wir zum Nachbardorf kamen, blieb mir beinahe der Atem stehen. Es sah wirklich schlimm aus mit all dem Unrat. Auch hier waren überall Bagger und Lastwagen im Einsatz. Es wurde frischer Sand herbeigeführt. Doch als ich dem Treiben so zu sah, erkannte ich, dass die den Unrat gar nicht weg räumten sondern einfach unter den Teppich kehrten. Also unter den frischen Sand. Der Baggerfahrer verteilte den Sand, und über das was da drunter lag, machte sich niemand Gedanken.


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Ich dachte darüber nach, was wohl geschieht wenn im Sommer ein Kind eine Sandburg baut und auf den Unrat kommt? Nun darauf habe ich keinen Einfluss. 
Es ist eine alte Redewendung, etwas unter den Teppich kehren. Etwas verstecken, oder man möchte nicht das es ans Tageslicht kommt. Man schweigt darüber, erwähnt es einfach nicht und hofft, dass es nie zur Sprache kommt. Wenn man es ganz wörtlich nimmt und einfach ein bisschen Schmutz unter das Sofa schiebt oder eben unter den Teppich, da sieht man es ja nicht.

Doch trotzdem es ist alles noch da, nur im Moment gerade nicht sichtbar. Es gibt aber eine Person, manchmal auch mehrere, die wissen davon. Manchmal hält es die eine oder andere Person nicht aus darüber zu schweigen. Manchmal ist man es selbst, die etwas zur Sprache bringt, was schon lange verschwiegen wurde. Dann kommt es aus der Versenkung wieder hervor. Ich bin der Ansicht wenn ich es selbst hervor hole und es zur Sprache bringe, es sicher besser ist, als wenn es aufgedeckt wird.

Es ist nicht zu verwechseln damit, dass etwas nicht an die grosse Glocke gehängt wird. Das etwas überall rum erzählt wird. Etwas unter den Teppich kehren ist für mich, willentlich und wissentlich etwas vertuschen wollen. In der Hoffnung, dass es niemand merkt.

Ich weiss nicht ob das hier normal ist oder ob das Geld fehlt um es ordentlich zu entsorgen oder was genau der Grund ist, für mich unerklärlich. Hier geschieht es sogar offensichtlich, wissen und sehen tun es viele. Ausser die Badegäste die über Ostern oder später im Sommer kommen.

Was hat das alles mit Loslassen zu tun. Mit uns allen! Wo und wie lassen wir Unrat einfach los, werfen ihn achtlos weg? Sei es nur ein Kaugummi, den wir raus spucken, einen Zigarettenstummel, ein Taschentuch, eine Pet-Flasche usw. Wie achtlos gehe ich im Alltag mit Abfall um und denke dabei vielleicht, ach ist nicht so schlimm wegen einmal? Loslassen fällt oft so schwer und in gewissen Momenten ist es total einfach und achtlos, manchmal willentlich in der Hoffnung, dass es niemand gesehen hat. 

Wir haben nur eine Erde also wäre es besser wir tragen Sorge dazu.

bis bald Karin





Mittwoch, 22. Februar 2017

Gedankenwelt / 11

Als ich heute morgen erwachte, zeigte sich draussen folgendes Bild:

Ziemlich ruhiges Meer, bezaubernde Farben, Windstille und ganz sanft drückte die Sonne durch den Dunst.

Bei diesem Bild gingen mir folgende Gedanken durch den Kopf:

Also so geht es auch, ohne Wind, ohne hohen Wellen. Ich hielt kurz inne und dachte nochmals nach was ich jetzt gerade für Gedanken in meinem Kopf hatte.

Ich konzentrierte mich auf den Wind und die Wellen, die gestern da waren. Nicht auf das was jetzt gerade war, fast ruhiges Meer, das Farbenspiel, die Windstille und die sanfte Sonne.

Genau das läuft doch immer wieder in meinem/unseren Köpfen ab. Wir konzentrieren uns auf das was war, oder vielleicht mühsam und unangenehm ist. In diesen Momenten bleiben wir am Alten oder Unguten kleben und können nicht loslassen. Auch ich immer noch, nach fast einem Jahr täglichen üben. Das tolle war heute, dass ich es aber gerade in dem Moment gemerkt hatte als ich es dachte. In diesem Moment konnte ich meinen Fokus ändern und mich am Meer und dem Farbenspiel erfreuen. Das Gestern loslassen und im Moment der Freude sein.


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Das gleiche passiert auch wenn wir eine Geschichte, die uns passiert ist immer und immer wieder erzählen, wir bleiben im Alten haften. Schauen nicht was wir tun könnten um weiter zu gehen. Es tut auch gut etwas zu erzählen und los zu werden, etwas zu teilen, geteiltes Leid ist halbes Leid. Genau gleich wie geteilte Freude doppelte Freude ist. Der Punkt ist es zu merken wenn man kleben bleibt und sich dann zu lösen.

Wie kann man sich lösen von solchen Gedankengängen? Auch dies ist ein Prozess, also es braucht Zeit und Übung. Es zu merken, dass man etwas zum 100. mal erzählt oder wiederholt, ist der erste Schritt. Sich neue Fragen zu stellen, wie kann ich dieses Muster loslassen? Was möchte ich anstelle dieser Gedankengänge lieber für Gedanken haben? Was mir auch immer wieder half, war wie möchte ich mich fühlen, das war immer sehr hilfreich. Das neue, andere Fragen stellen ist eine Möglichkeit. 
Eine Weitere ist einmal mehr, durchatmen, schauen was höre, fühle und nehme ich gerade alles rund um mich war.

Gerade bei Gedankenkarussell ist dies sehr hilfreich.

Heute stellte ich mir keine weitere Fragen, ich merkte es und konnte meinen Fokus sofort ändern und staunen wie schnell es plötzlich gehen kann.

Also um los zu lassen, stelle dir neue oder andere Fragen. So änderst du deinen Fokus, atme tief durch und schaue was gerade genau alles um dich herum passiert. Schon bist du aus der Spirale raus, auch wenn es anfangs nur einige Sekunden oder Minuten sind. Jeder Weg beginnt mit den ersten Schritten.

Falls du mit diesem Post inspiriert wurdest und er dir gefällt darfst du ihn gerne teilen oder weiter empfehlen.

bis bald Karin





Dienstag, 21. Februar 2017

Wertvoll / 12

Beim Loslassen geht es oft auch um die Frage wie Wertvoll ist etwas. Kann ich das jetzt einfach weg geben, weg werfen oder entsorgen. Oft denkt man sich, das kann ich doch nicht tun. Wir geben etwas einen Wert und dadurch bleibt man eher an etwas haften. Ist ja auch ganz natürlich. Auf meinem heutigen Spaziergang dachte ich über das Wort wertvoll etwas nach.

Es ist nicht für jeden das Gleiche gleich wertvoll, das ist mal eine Tatsache. Sei das etwas Materielles, Bekanntschaften, die Arbeit, Geld usw. Wie sieht es aber mit uns selbst aus? Wie wertvoll stufe ich mich ein? Welchen Wert gebe ich mir, wie wichtig bin ich mir? Wie wertvoll ist mir meine Gesundheit, mein Körper, mein Geist, meine Ernährung usw.?

Wie diszipliniert bin ich mir gegenüber, dass ich meine Gesundheit als das Wertvollste ansehe und für mich das Wichtigste ist? Lasse ich, mir schadende Dinge los, um gesund zu bleiben? Gebe ich meinem Körper genügend Bewegung, gute Nahrung, genügend Ruhe? Oder lasse ich da die Fünfe mal gerade sein? Bin ich mir wertvoll genug um zu sagen, ich nehme mir jetzt die Zeit für mich und meinen Körper? Nehme ich mir die Zeit Sport zu treiben, spazieren zu gehen, Rad zu fahren, Yoga oder sonst etwas entspannendes oder aktives zu tun für meinen Körper?

Fülle ich meinen Geist, Kopf mit wertvollen Dingen, oder lasse ich da alles in meinen Kopf rein, was da gerade anklopft? Schaue ich mir jeden Film oder Zeitung an, die meinen Kopf in ein negativ Karussell bringen? Oder bin ich mir wertvoll genug um zu sagen, ich schaue mir lieber etwas an was mir gut tut?

Wie ist es bei der Ernährung, stopfe ich alles in mich rein, was da gerade kommt? Oder versuche ich mich, mir entsprechend gesund zu ernähren?


quelle:karinmeister

Sehr viele Fragen. Doch alle sind meiner Meinung nach berechtigt. Wie wertvoll bin ich? Für mein wertvoll sein, bin nur ich verantwortlich. Meinen Wert kann nur ich mir geben. Da gibt es keinen Börsenkurs dafür, keinen Maasstab, keine Tabelle. Ich bin nicht wertvoller, wenn ich Designer-Kleider trage oder Accessoire, ich bin auch nicht wertvoller, wenn ich Häuser besitze, teure Autos und ein dickes Bankkonto habe. 

Ich bin nur so wertvoll wie ich mich ungeschmückt fühle. Ich bin es mir wert, mir Zeit für meinen Körper zu nehmen, mich gesund zu ernähren, darauf zu achten was ich in meinen Kopf lasse. Ich habe gelernt mich wert zu schätzen, das Loslassen hat einen grossen Dienst dabei geleistet. Heute durfte ich die Erkenntnis geniessen, dass sich meine Loslassen-Reise auf allen Ebenen gelohnt hat.

Es ist ein Prozess sich selbst seinen Wert zu geben, es braucht Disziplin mit und an sich zu arbeiten, es ist manchmal schmerzhaft, sich von Dingen und Mustern zu trennen und es braucht Mut es einfach zu tun. Weil oft mal weiss man nicht wie es sich danach anfühlt. Doch die Reise ist es wert.

Vielleicht stellst du dir die eine oder andere Frage auch mal in einer ruhigen Minute und schaust wo du dir mehr Wert geben darfst. Falls dich der Post inspiriert darfst du ihn gerne teilen oder weiter empfehlen.

bis bald Karin



Montag, 20. Februar 2017

Salzluft / 13

Mit allen Sinnen wahrnehmen, war heute mein Tagesmotto. Es begann schon am Morgen früh damit. Denn heute wurde in unserem Resort neue Platten gelegt. Es hämmerte und staubte überall. Als ich mich auf den Weg machte für den Morgenspaziergang stürmte es noch heftiger als gestern. Doch es regnete nicht mehr, ist doch auch schon etwas. Die ganze Gischt lag über der Promenade und befeuchtete mein ganzes Gesicht. Auf der Zunge konnte ich das Salz richtig spüren. Ich liebe diese Zusammensetzung, des Windes, der feuchten Luft und das Salz überall, es duftet auch alles nach Salz, das dösen der Wellen machte die Musik dazu.

Für Kisha war es nicht so lustig, es windete sie mit ihren knapp zwei Kilo buchstäblich weg. So war ich nur auf einer kurzen Runde und genoss diese Wahrnehmen mit allen Sinnen einen Moment weiter auf meinem Balkon. Ich machte meine Atemübungen draussen und stellte mir vor wie diese Kraft von dem Wind und dem Meer durch meinen ganzen Körper fliesst. Das Salz reinigte meinen ganzen Körper vor allem meine Nase wurde richtig befreit. Der Rest von meiner Erkältung konnte ich wohl heute so richtig loslassen. Ich bekam richtig warm von meinen Atemzügen und fühlte mich rund um wohl.


quelle:karinmeister

Loslassen und aufnehmen durch das Atmen ist das was ohne unser zu tun einfach passiert. Immer wieder staune ich darüber was unser Atem alles bewirken kann, wenn wir es bewusst tun. Ich habe sogar das Gefühl, das durch das bewusste Atmen die Zeit einen Moment stehen bleibt oder nicht so schnell vorbei geht. Salzige Luft richtig tief einatmen löst auch im Kopf einige Blockaden.

Salzluft atme ich auch zu hause ein, mit einem Dampfbad, doch leider viel zu wenig. Gerade heute habe ich mir überlegt dies in Zukunft mehr zu tun und nicht nur wenn ich krank werde. Nein, einfach um die Atemwege zu reinigen und Gedanken loslassen. Wir in der Schweiz haben nicht die Möglichkeit Meeresluft ein zu atmen. Doch wir haben die frische Bergluft und die tut das gleiche. Ich kann mich noch genau erinnern als ich letzten Sommer in Zermatt war, dort war die Luft auch so reinigend für meinen ganzen Körper.

Ich freue mich über diese stürmischen Tage und kann diese auf jeden Fall auf meine Art und Weise geniessen. 

bis bald Karin



Sonntag, 19. Februar 2017

Mauer / 14

Wenn der Wind durch die Palmen fegt und die Wogen der Wellen sehr hoch sind, dann kann man sagen es ist stürmisch. Das Wetter hier schlägt richtige Kapriolen, von wunderbar angenehm warm zu stürmisch innerhalb ein paar Stunden. Auf meinem gestrigen Beach-Spaziergang habe ich gesehen, dass die Arbeiten mit der Restaurierung der Mauern vom letzten heftigen Sturm beendet waren. Heute gegen den Mittag war es einen kurzen Moment etwas weniger stürmisch und so machte ich mich gleich auf den Weg ans Meer. 

Ich kam an den geflickten Mauern vorbei und sah, dass der Sturm das ganze Werk wieder zerstört hatte. Auf dem Rückweg standen dann die Arbeiter, auch heute am Sonntag, vor den kaputten Mauern und diskutierten. Die Arbeiter waren ziemlich aufgebracht und laut. Einer holte Absperrbänder hervor und zäunte alles wieder ein. Ein anderer war am Telefon und gestikulierte wild umher. Es tönte gar nicht gut. Ich fragte mal einen ob er auch englisch könne, und tatsächlich war ein junger Arbeiter dort. Er erklärte mir das dies eine Katastrophe sei, die ganze Arbeit für nichts usw. Das Wetter mache ihnen in diesem Winter enorm zu schaffen und es sei sehr teuer dies immer wieder herzustellen. Sie können die Mauer nicht weiter nach hinten setzten denn so weit nach hinten dürfe das Meer gar nicht kommen.


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Da war für mich die Kernaussage,

das Meer darf nicht so weit nach hinten kommen. 

Ich bin mir sicher, dass es das Meer nicht interessiert wie weit nach hinten es kommen darf.

Ich sah dem Treiben noch einen kurzen Moment zu und machte mich dann auf den Heimweg. Während dem ging mir folgendes durch den Kopf, wie oft habe ich in Gedanken, es darf gar nicht so sein, und trotzdem ist etwas so. Nur weil ich im Kopf habe es müsse anders sein, heisst das noch lange nicht, das es so ist. So oft habe ich Vorstellungen von etwas wie es sein sollte oder könnte. So oft lasse ich dann meine Vorstellung los, weil ich dies alles gar nicht beeinflussen kann. Loslassen hat mich gelernt, mit dem um zu gehen was gerade aktuell ist, und aus dem für mich das Beste zu machen. Seit ich dies immer mehr in meinen Alltag integrieren kann, ist für mich vieles leichter geworden.

Es gibt auch Momente wo ich mit etwas nicht einverstanden bin, eine Situation, die ich anders haben möchte. Vielleicht weil sie mir Angst macht, vielleicht weil sie in mir unguten Stress verursacht, vielleicht auch einfach weil ich sie nicht haben will. Ich habe auch gelernt die Situationen mal an zu nehmen wie sie sind. Zu schauen ob ich etwas ändern oder beeinflussen kann, und wenn nicht durch atmen und weiter gehen, im Vertrauen, dass alles seine Richtigkeit hat.

Das Loslassen lernte mich wirklich bis heute mit leichterem Gepäck zu reisen.

bis bald Karin



Samstag, 18. Februar 2017

Kerzenlicht / 15

Gestern, kurz nach dem ich meinen Post veröffentlichte, habe ich einen Post von einer langjährigen Bekannten gelesen, welcher mich sehr traurig machte. Sie musste ihren Hund loslassen. Ich war so berührt, traurig und kam mir auch gerade etwas doof vor. Ich verabschiedete mich von einem Auto und sie von einem langjährigen treuen Lebensbegleiter.

Den ganzen Abend war ich meiner Kisha ganz nahe, sie kuschelte sich ganz eng an mich. Als ob sie gespürt hätte was in mir vor ging.


quelle:pinterest.com

Loslassen ist so vielfältig, kann so schmerzhaft und traurig sein, kann so erleichternd und befreiend sein. Loslassen im Alltag kann so leicht sein, kann aber auch unendlich schwer sein. Gerade im Loslassen können so viele Gefühle und Emotionen entstehen. Es gibt Momente da lässt man schweren Herzens etwas oder jemanden los und weiss genau es ist das Beste und es tut so weh. Es gibt Momente da lässt man etwas los und ist so erleichternd, dass es vorbei oder weg ist. In all diesen Situationen weiss man nach einiger Zeit das es richtig und gut war.

Loslassen kan ein Fluch und ein Segen gleichzeitig sein. Loslassen ist so facettenreich, dass man das Ausmass gar nicht beschreiben kann. Etwas was ich jetzt nach fast einem Jahr sagen kann, es ist auf jeden Fall jeden Tag eine neue Herausforderung etwas los zu lassen. Es geht mit der Zeit immer besser, es geht plötzlich soweit, dass man es gar nicht mehr richtig registriert wenn man etwas losgelassen hat. Das bewusste Loslassen ist für mich in dieser Zeit jedoch das intensivste gewesen. Durch das bewusste Loslassen lernte ich die Dankbarkeit noch stärker zu zelebrieren. Die Zeit, die ich mit dem Gegenstand, mit dem Muster oder der Person usw. verbracht hatte, konnte ich viel besser würdigen. Durch diese Dankbarkeit fiel das Loslassen auch immer leichter.

Die Achtsamkeit der Momente konnte ich in dieser Zeit auch neu schulen. Ich wurde mir der verschiedenen Momente noch intensiver bewusst. Gerade heute, ich bin auf meiner Reise, ich bin hier in Südspanien, habe mein Versprechen eingelöst mir gegenüber. Dieses Versprechen kann ich loslassen. Ich kann die Zeit mit meinem Hund geniessen, ich bin mir bewusst, dass keiner dieser Tage zurück kommt. Ich bin hier, ich bin im jetzt und dafür bin ich dankbar. Ich weiss, dass ich auf diese Tage zurück blicken werde und sie gerne in Erinnerung tragen werde.

Ich weiss, dass meine Bekannte, viele schöne Erinnerungen in ihrem Herzen trägt mit ihrer Lebensbegleiterin. Ich weiss, dass sie dankbar ist für jeden Moment, den sie mit ihrer Hündin hatte. Ich weiss, dass sie die richtige Entscheidung getroffen hat. Ich weiss das sie unendlich traurig ist und sie ihre Hündin noch lange vermissen wird. Doch eines ist sicher es wird leichter, doch auch die Zeit der Traurigkeit ist erlaubt und soll gelebt werden.

In dem Sinn ich bin in Gedanken bei dir.

bis bald Karin



Freitag, 17. Februar 2017

Panda / 16

Heute war wieder einmal Flughafen-Tag. Ich brachte meine Nichte wieder nach Malaga für den Heimflug. Bei dieser Gelegenheit ging ich auch gleich meinen Hyundai eintauschen. Hier ist es nämlich so, wenn man ein Auto mietet, kann man kurz bevor du 2000 Kilometer gefahren bist, wieder einen anderes Auto abholen. So hat man stets ein top in Stand gehaltenes Auto zur Verfügung. 

Gerade habe ich mich doch so richtig an den kleinen Hyundai gewohnt und dann musste ich mich auch schon wieder trennen. So geht loslassen, nur keine Gefühlsduselei beginnen mit einem Auto. Bei mir ist das jedoch anders. Ich habe eine Beziehung mit meinen Autos, ich spreche auch mit ihnen. Ich weiss, viele lachen darüber, doch so bin ich halt. Wie auch immer ich verabschiedete mich von dem kleinen schwarzen Hyundai und bekam einen Fiat Panda.

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Schon der Name ist doch süss, Panda. Genau so sieht er auch aus, grau und innen grau mit schwarz und weiss. Die Kupplung ist viel angenehmer als im Hyundai, das Fahrverhalten ist sehr gut klein und wendig. Schnell ist er auch, an den Lärm vom Blinker muss ich mich noch etwas gewöhnen. Und das enorm laute Pfeifen wenn ich nicht angegurtet bin, phuuu das ist ohrenbetäubend. Ich weiss, das jetzt einige lachen, wenn ich das schreibe. Weil das Angurten nicht meine Lieblingsbeschäftigung ist. Doch bei diesem Auto wird es das Erste sein, was ich tue wenn ich einsteige. 

So war ich heute wieder einmal aktiv am Loslassen, auch meine Komfortzone mit dem anderen Auto verliess ich kurz. Noch ein paar Kilometer fahren und dann sind wir sicher auch wieder ein gutes Team für die nächsten 2000 Kilometer.

bis bald Karin



Donnerstag, 16. Februar 2017

Algeciras / 17

Heute besuchte ich einen der südlichsten Punkten von Europa, Algeciras. Eine Hafenstadt von dort aus kommt man mit der Fähre nach Tanger in Afrika. Es ist sehr eindrücklich wenn plötzlich der Kontinent Afrika einfach so nahe ist, also man ihn vor sich sieht. 

In der Hafenstadt Algeciras ist die arabisch / afrikanische - Mentalität schon sehr gut spürbar. Als Frau in dieser Stadt zu flanieren ging aber ganz gut. Klar spürte man die Blicke, vor allem weil ich noch helle Haare habe, ich fühlte mich jedoch nie unsicher oder unwohl. Ich lies Vorurteile und Geschwätz einfach los und spazierte selbstsicher und klar durch die Strassen. Gut am Abend würde ich das wohl eher nicht tun. 


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Ich besuchte den Plaza Alta, dies ein Wahrzeichen dieser Stadt. Nichts weltbewegendes einfach ein Platz mit einem Brunnen. Und trotzdem konnte ich spüren, dass dieser Platz mal weltbewegend war. Denn er ist in der Höhe und wenn ich mir vorstellte, dass all die neueren Gebäude noch nicht da standen. War er wirklich wichtig, denn von dort hatte man früher die Übersicht über den den ganzen Hafen. Ich stand einen Moment dort und versuchte mir vorzustellen wie das wohl war. Loslassen von allem was gerade rund um mich geschah, kurz eintauchen in die Vergangenheit und spüren wie das wohl war. Es sind nur Annahmen und Geschichten die ich gelesen habe, nichts was ich wirklich weiss. Und doch konnte ich die Bedeutung des Platzes spüren. 

Es war ein Ausflug der sich gelohnt hat, die Stadt war sicher nicht die Schönste, die ich je gesehen habe, doch für mich der südlichste Punkt von Europa. Eigentlich wäre es ja Gibraltar, welches zu England gehört. Ich denke, ich werde diesen Ort sicher auch noch mal besuchen wenn ich gerade Lust dazu verspüre. Doch für heute war es gut so.

bis bald Karin



Mittwoch, 15. Februar 2017

MIMO / 18

Wir alle haben Träume und Wünsche. Heute ist mir folgendes Zitat begegnet: 
"Manchmal werden Träume wahr, von denen du nicht mal träumtest."
Ich sass dabei in einem wunderschönen Café in Marbella im MIMO. Es ist ein Café in der Art wie ich es einfach liebe. Ich sass dort und konnte mich kaum erholen von dem wunderschönen Ambiente, von der Gemütlichkeit und der Freundlichkeit. In Spanien ist es nämlich meistens nicht erlaubt mit einem Hund in ein Café rein zu gehen. Solange man draussen mit dem Hund sitzt ist alles ok, aber rein geht meistens gar nicht. 

Bis zum heutigen Tag kannte ich dieses Café nicht und wusste auch nicht das es dies gibt. Als ich davor stand sah ich sehnsüchtig rein und dachte mir wenn ich da rein dürfte wäre das mega schön. Klar hätte ich auch draussen sitzen können, denn warm genug war es ja. Doch das Ambiente im Innern zog mich viel mehr an.


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Also fragte ich einfach ob ich mit Kisha rein dürfe um einen Tee zu trinken. Herzlich willkommen und kommen sie doch rein, war die Antwort. Wow, ich war gerade über glücklich und freute mich wie ein kleines Kind. Genüsslich trank ich einen Tee und ein bekam noch ein Gipfeli dazu, einfach köstlich. Überall an den Wänden hingen Bilder oder Zitate. Als ich eben am oben genannten ankam musste ich schmunzeln, denn ich hätte nicht im Traum daran gedacht, dass ich an ein solches Schmuckstück von Café laufen würde heute in Marbella.

Auf einem Kissen stand geschrieben:
"Mache heute jemandem glücklich, so bist auch du heute glücklich." 
Das war definitiv gelungen.

Als ich noch in der Schweiz war sagten einige Leute zu mir, dass es wohl nicht so eine gute Idee sei mit meinem Hund nach Spanien zu reisen. Da die Spanier den Hunden gegenüber  gar nicht gut gesinnt seien und man nirgends hin könne. Vorurteile loslassen einfach mal gehen und schauen wie es wirklich ist. Das wurde heute für mich wieder einmal mehr bewiesen, das dies eine gute Idee sein könnte. Im Gegenteil hier in Südspanien sind die Menschen den Hunden gegenüber sehr offen und man ist auch willkommen. Klar nicht überall, aber ich kann mir ja aussuchen wo ich hin will und wo nicht. 

Ins MIMO gehe ich auf jeden Fall noch mehr!

bis bald Karin



Dienstag, 14. Februar 2017

Liebe / 19

Überall waren heute Herzen zu sehen, Blumen war zu kaufen, Schokolade und in den Geschäften wurde seit Tagen Werbung gemacht für den heutigen Valentinstag. Diese Tradition ist auch hier in Spanien weit verbreitet. In einem Restaurant sah ich, dass an jedem Tisch ein Herzballon an einer Flasche befestigt war. Sah sehr hübsch aus.

Ich erhielt heute Morgen früh schon einige ganz liebe Nachrichten, über welche ich mich sehr freute. Wo ich mich aber ganz raus halte und das schon seit ganz vielen Jahren, ist Blumen oder andere Geschenke zu verschenken. 


quelle:alishameister

Für mich ist jeder Tag ein Tag für liebende, egal ob es der Partner/-in ist, ob es deine Familienmitglieder sind oder Menschen die ich gar nicht kenne. Warum dies auf einen Tag beschränken? Haben Menschen, die ich liebe nur das Recht dies am Valentinstag zu spüren? Für mich nicht, nein, ich versuche meinen Mitmenschen jeden Tag auf irgend eine Art zu zeigen, dass ich sie liebe. Liebe ist auch ein Wort das sehr gross ist. Darüber könnte ich wohl ein ganzes Buch schreiben. Aber lassen wir das für heute. 

Für mich ist der Valentinstag ein Tag wie jeder andere auch und trotzdem fühlt man die Liebe in der Luft. Ich finde es schön wird dieser Tag zelebriert und gefeiert, das Einzige was mir nicht gefällt ist, das ganze Marketing darum. Dies geschieht ja heute mit jedem Feiertag, ich kann das auch gut stehen lassen. Früher habe ich mich von diesen Feiertagen auch noch mitreisen lassen. Dachte ich bin doch nur eine gute Tochter wenn ich meiner Mutter am Muttertag Blumen schenke. Dies konnte ich jedoch schon vor sehr langer Zeit loslassen. 

Ich wünschte mir viel mehr, dass es ganz viele Valentins-, Mutter-, Vatertage usw. gibt. Ich wünschte mir, das diese Liebe viel öfter in unserem Alltag zu spüren ist. Ich wünschte mir, dass wir alle viel mehr die vorgeschriebenen Tagen loslassen würden und jeden Tag die Liebe und Dankbarkeit zeigen würden.

Es braucht nicht jeden Tag Blumen, Schokolade oder andere Geschenke, es braucht etwas mehr persönliche Zeit mit einander zu verbringen. Sei dies ein freundliches Gespräch, ein nettes Wort, ein Kompliment, ein Lächeln usw. so einfach kann Liebe oder Zeit einander zu schenken sein. Vor allem es kostet keinen roten Rappen.

Ich wünsche euch allen die diesen Post lesen einen wunderschönen Valentinstag, viel Liebe  während des ganzen Jahres und viele schöne Momente, die du im Herzen behalten kannst.

bis bald Karin