Time to let go, trust & enjoy

Dienstag, 17. April 2018

Strassenkaffee

Auch ich habe heute das wunderschöne Frühlingswetter genossen und ging am späten Nachmittag noch in ein Strassenkaffee einen kühlen Eistee trinken. Das Wetter ladet ja gerade dazu ein. Das ich nicht die einzige war die diese Idee hatte war ja klar. Also die Terrasse des besagten Strassenkaffee war bis auf den letzten Platz gefüllt. Das Service-Personal war buchstäblich am Schwitzen. Ich hatte wirklich Mitgefühl mit dem Personal, schwarze Hosen und schwarze Hemden. (Ich wäre kaputt gegangen). Nicht das es nur recht warm war sondern zum Teil hatte es auch schon sehr ungeduldige Gäste, trotz des schönen Wetters, wo man doch etwas entspannen könnte.

quelle:pixaby

Der Chef de Service hatte wohl etwas knapp Personal eingeteilt und half so auch tatkräftig im Service mit. Mir ging es schnell genug, denn ich sah ja dass alle ihr Bestes gaben. Ich bemerkte plötzlich, dass die eine Serviererin einen hilfeschreienden Blick zu Ihrem Chef warf. Sie war aus dem Konzept gefallen, weil ein Gast richtig rüpelhaft wurde und richtig unangenehm. Jetzt wurde es für mich ganz spannend, wie verhält sich jetzt der Chef, geht er ihr zur Hilfe oder lässt er sie hängen.

Er nickte ihr zu und sie tat etwas was mich total überraschte: Sie sagte ihm höflich und ganz ruhig, dass die Getränke auf Kosten des Hauses gehen und er doch bitte das Restaurant verlassen soll. Der Gast dreht total durch und verlangte nach dem Chef, doch bevor er es fertig aussprechen konnte, stand er schon da und meinte: Er bedanke sich für seinen Besuch doch es wäre jetzt an der Zeit zu gehen und begleitete ihn von der Terrasse.

Wow, das war jetzt aber mal ein Chef, der es verstanden hat. Er vertraute seinem Personal voll und ganz, gibt ihnen die Erlaubnis zu handeln und unterstützt wenn es nötig ist.
Er hat verstanden, dass sein Personal in der Lage ist selbständig heikle Situationen in Verantwortung und kurzer Rücksprache (durch Blickkontakt) zu managen. Es braucht kein Chef, der sich aufspielt und den Helden spielt oder gar noch rum schreit. Es braucht gegenseitiges Vertrauen und so können heikle Situationen einfach und ruhig gelöst werden.

time to trust...Karin



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Montag, 16. April 2018

Aare

Als ich vor einigen Tagen an der Aare sass und so meine Gedanken fliessen lies, ist mir wieder einmal ein Bild vor Augen geführt worden. 

Die Aare hatte vor zwei Wochen noch nicht so viel Wasser, da sah man das Flussbett richtig gut, die verschiedenen Steine in variablen Grössen. Das Wasser plätscherte so seinen Weg runter. Hin und wieder wurde das Wasser von den grossen Steinen aufgehalten und musste sich einen anderen Weg suchen.

Als ich einige Tage später wieder am gleichen Platz sass, hatte es markant mehr Wasser. Die Aare hatte auch viel mehr Kraft und der Fluss ging zügig voran. Es war immer noch das gleiche Flussbett, mit den gleichen Steinen und Hindernissen fürs Wasser. Nur wenn man ganz genau hinsah, bemerkte man, dass das Wasser doch Hindernisse zu überwinden hatte.




Es wurde still in mir in diesem Moment. Denn ich erkannte, dass auch ich manchmal einfach so dahin plätschere und mir Wege suchen muss um die Hindernisse zu umschiffen. Dann gibt es Momente wo ich durchs Leben rase und die Hindernisse einfach ignoriere mit voller Fahrt.

Diese Hindernisse sind für mich symbolisch, denn es sind zum Teil ganz kleine Alltagsdinge, die ich einfach ignoriere. Wie z.B. Pausen zu machen während der Arbeit, genug zu trinken, Gespräche führen, die ich lieber vor mich hin schiebe usw. Diese Hindernisse sind Dinge in unserem Leben, die solange liegenbleiben bis wir die Steine aus dem Weg räumen, sie klären oder uns darum kümmern. Sie sind nicht einfach weg, weil wir schneller durch den Alltag gehen oder sie ignorieren. Sie bleiben versteckt und doch wenn man ganz genau hinschaut, sieht man die vielen kleinen Anzeichen, dass sie da sind.

Stirn runzeln, Augen kneifen, auf die Zähne beissen, Schultern anziehen, verkrampfter Rücken, Magenschmerzen, Kopfschmerzen usw. Der Körper zeigt uns ganz genau ob unser Flussbett wirklich ohne grosse Hindernisse ist oder ob wir sie einfach ignorieren.

Ich liebe es, wenn die Natur mir solche Bilder schenkt und ich so einen Schritt näher zu mir kommen kann.

time to trust... Karin



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Montag, 9. April 2018

Trauern

Nun war/ist es soweit, die Zeit zum Trauern war/ist da. Unser Kimi ist am Freitag Abend gestorben, ganz in Ruhe und friedlich.

Trauern war für meine Familie und mich jetzt erlaubt und auch der richtige Zeitpunkt. Jedes Familienmitglied geht mit seiner Trauer ganz individuell um. Es gibt kein richtig und falsch in solchen Momenten.

Unser Kimi war fast 18 Jahre bei uns mehr als das halbe Leben meiner Kinder, sie war/ist ein Familienmitglied und das tut weh. Doch mein Fokus liegt auf all den schönen Momenten, die wir mit unserer Katze hatten. Die Geburt, die vielen Nachtschichten mit "Schöppele", weil sie so klein war und die anderen Geschwister sie nicht zur Mutter liessen. Die Tage, die ich sie in meiner Kochschürze mit mir rum getragen hatte, damit sie warm genug hatte. Die ersten wackligen Schritte auf ihren kleinen Beinen. Die Jagdbeute, die sie nach Hause brachte, manchmal halb lebend und sie sie dann noch in der Wohnung fertig jagte. Die Art wie sie trank, mit ihrer Pfote:)). Wenn sie sich in der Sonne streckte und reckte, wie sie es liebte in der Nähe des Lavendels zu liegen. Das ich mein Müesli nie alleine essen konnte, weil sie stets auf die restliche Milch wartete.

Ja, ich könnte noch lange so weiterfahren und meine Familie sicher auch. Aber genau diese Momente haben sich in meinem Herzen eingeprägt und an die denke ich gerne und bringen mich zum Schmunzeln.


In grosser Dankbarkeit sie in unserer Familie gehabt zu haben, lasse ich sie jetzt ruhen.

time to say bye bye....



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Donnerstag, 5. April 2018

Jetzt

Leben im Hier und Jetzt, heute wurde ich sehr herausgefordert damit. Unsere fast 18 jährige Katze Kimi ist krank. Sie leidet an einer Schilddrüsenüberfunktion und hat auch Medikamente dafür. Doch in den letzten Tagen hat sich ihr Zustand massiv verschlechtert.
Ich kenne unsere Katze sehr gut und weiss, das Ihre Zeit gekommen ist. Dies hat mir dann heute auch die Tierärztin bestätigt.

Wenn man da so auf ein Röntgenbild schaut und es schwarz auf weiss sieht und man keine Kommentare mehr braucht und alles klar ist. Das zog mir doch etwas den Boden unter den Füssen weg. Klar musste ich weinen, klar bin ich traurig und doch musste ich mich auf der Heimfahrt vom Tierarzt in die Schranken weisen.

Du bist auf der Heimfahrt mit Kimi sie lebt!!! Hallo sie ist noch da, bleibe im Hier und Jetzt. Gott sei Dank war die Stimme laut in mir, lauter als mein weinen.



Jawohl sie lebt noch, ich/wir haben noch Zeit mit ihr. Wir können noch mit ihr kuscheln, sie pflegen, mit ihr sprechen. Jeden Moment mit ihr zusammen geniessen. Ihr alles so angenehm wie nur möglich machen, für sie da sein und ihr zur Seite stehen.

Ich brauche JETZT noch nicht zu trauern, ich kann jetzt noch GENIESSEN.

Ich machte mir gerade eben Gedanken, wie das wohl für mich wäre, wenn ich wüsste, dass meine Zeit gekommen ist. Wie wäre das für mich, wenn ich schon sehen würde wie meine Familie trauert. Ich wünschte mir, dass wir die bleibenden Momente zusammen geniessen können, lachen und Geschichten erzählen.

Hier und Jetzt ist genau dieser Moment und der ist schön, denn sie liegt neben mir auf der einen Seite und auf der anderen Seite unsere Hündin Kisha, ganz friedlich. 

time to enjoy...Karin


  
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Mittwoch, 4. April 2018

Ausreden

Wie oft brauchen wir Ausreden um etwas nicht zu tun oder nicht zu können. Z.B. ich kann nicht weil, mir das Geld dazu fehlt, wegen den Kindern, wegen meinem Chef, wegen meiner Krankheit, ich bin zu alt, zu jung usw.

Warum brauchen wir wirklich Ausreden? Haben wir den Mut nicht nein zu sagen oder haben wir den Mut nicht es einfach zu tun? Oder wollen wir damit Aufmerksamkeit erreichen, dass unsere Mitmenschen uns bedauern und wir als Opfer da stehen? Haben wir einen Vorteil wenn wir Mitleid erhalten und als Opfer da stehen? Ich weiss es sind kritische Fragen. Doch darüber nach zu denken und mit sich ganz ehrlich zu sein ist lohnenswert.

quelle:wordswag

Wie wäre es wenn wir mehr in Vertrauen uns selbst hätten und den Mut aufbringen würden, etwas zu tun oder eben auch nicht zu tun, so wie wir es wirklich möchten?
Könnte es sein, wenn wir aus der Opferrolle steigen würden, wir auch Aufmerksamkeit erhalten, aber ganz eine Andere. Vielleicht diese als Spinner, vielleicht wow die/der traut sich was. Könnte es sein, dass diese Aufmerksamkeit uns viel mehr beflügeln würde, auch auf die Gefahr hin, dass es schief läuft. Jedoch im Wissen ich habe es getan, gesagt oder probiert. Eine Erfahrung gemacht, die mir zeigt, dass ich Mut und Vertrauen in mich selbst habe.

Ausreden sind ein Wegweiser, der uns zeigt wie viel wir uns selbst zu trauen und wie viel wir bereit sind uns für unser eigenes Wohlbefinden ein zu setzen.

Achte dich doch mal wie oft du während des Tages eine Ausrede benützt. Sei dann mit dir ganz ehrlich und schaue, was du dafür hättest tun können. Kein Geld der Welt, kein Chef, kein Alter usw., kann dich hindern etwas zu tun oder nicht zu tun. Sei kreativ und suche Wege, dass es für dich stimmt. 

time to trust...Karin





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